Wann brauche ich eine Gewerbeanmeldung?

Eine gewerbliche Tätigkeit muss auch dann angemeldet werden, wenn es sich um deren Ausübung im Nebenerwerb handelt, vorausgesetzt, die Tätigkeit erfüllt die Bedingungen an ein Gewerbeunternehmen. Die Höhe des Einkommens ist dabei unerheblich. Doch ehe wir erklären, in welchen Fällen die Anmeldung vorzunehmen ist, definieren wir zuerst den Begriff der „gewerblichen Tätigkeit“.

Was ist eine gewerbliche Tätigkeit?

Das Gesetz kennt eine feste Definition, nach der eine Tätigkeit als gewerblich eingestuft wird. Diese Tätigkeit muss

– selbstständig ausgeübt werden.
– erlaubt sein.
– auf einen Gewinn ausgerichtet ist.
– auf Dauer angelegt sein.

Zur Erklärung: Die Tätigkeit darf nicht im Angestelltenverhältnis ausgeübt werden, sie muss selbstständig erfolgen. Hierbei gibt es eine Abgrenzung zur freiberuflichen Tätigkeit zu beachten. Diese definiert sich nach den im Einkommenssteuergesetz festgelegten Berufen, die in „Katalogberufe“ und „katalogähnliche Berufe“ unterteilt sind. Allerdings gibt es im Rahmen der freiberuflichen Tätigkeiten auch Berufe, die im Einkommenssteuergesetz nicht aufgelistet sind. Hierbei entscheidet das Finanzamt im Einzelfall, ob die Tätigkeit als freier Beruf oder als Gewerbe eingestuft und entsprechend behandelt wird.

Die Tätigkeit muss erlaubt sein bzw. muss eine Berufsausübungserlaubnis vorliegen, wenn die Tätigkeit eine solche erfordert. Außerdem darf keine Liebhaberei unterstellt werden können, das bedeutet, dass der Unternehmer alles dafür tun muss, einen Gewinn zu erzielen. Außerdem darf es sich nicht um eine einmalige Auftragsbearbeitung handeln, die gewerbliche Tätigkeit als solche ist nicht befristet.

Wann muss die Gewerbeanmeldung vorliegen?

Maßgeblich ist hier der § 14 der GewO, in dem konkret geregelt wird, wann ein Gewerbe angemeldet werden muss. Zum einen gilt, dass die Anmeldung vorzunehmen ist, wenn die Tätigkeit aufgenommen wird oder wenn ein bereits existenter Gewerbebetrieb übernommen wird. Auch dann, wenn eine Zweigstelle gegründet wird oder wenn sich der Geschäftsgegenstand des Unternehmens ändert, muss eine Anmeldung an das Gewerbeamt geschickt werden.

Wer der Meinung ist, er gelte als Freiberufler und das Finanzamt entscheidet, dass es sich doch um einen Gewerbebetrieb handelt, muss nicht weiter tätig werden. Das Finanzamt schickt die Anmeldung zum zuständigen Gewerbeamt weiter, von dort wird eine Gewerbenummer verschickt. Auch die Information zur Zahlung der Gewerbesteuer kommt vom Gewerbeamt direkt.

Wichtig: Im Gesetz geht es darum, dass „ein Betrieb angefangen wird“, das heißt, dass der Zeitpunkt der Anmeldung eines Gewerbes bereits dann zu setzen ist, wenn die vorbereitenden Tätigkeiten aufgenommen werden. Wer sich also mit der Einrichtung des Geschäftsbetriebes befasst, wer bereits auf Kundensuche ist oder in Maschinen und Anlagen investiert, muss die Gewerbeanmeldung umgehend vornehmen.

Die einmalige Geldeinnahme

Es kann vorkommen, dass jemand einen Auftrag bekommt, der in den Rahmen der gewerblichen Tätigkeit fällt. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Auftrag, dem keine weiteren folgen werden. Zur korrekten Rechnungslegung ist eine Steuernummer nötig – diese wird beim zuständigen Finanzamt beantragt. Eine Gewerbeanmeldung ist hier noch nicht nötig, denn die Definition geht von einer „auf Dauer angelegten“ Tätigkeit aus. Mit einmaliger Auftragsbearbeitung liegt natürlich keine langfristige Tätigkeit vor.
Steuerlich gesehen ist diese Tätigkeit bis zu einer Grenze von 17.500 Euro Umsatz als Einnahme aus kleinunternehmerischer Tätigkeit zu sehen. Das heißt, auf die Berechnung der Umsatzsteuer kann verzichtet werden, allerdings sind die Einnahmen einkommenssteuerpflichtig. Das bedeutet, dass diese Einnahme auf der Steuererklärung angegeben werden muss. Gewerbesteuern fallen nicht an, da es sich schließlich nicht um eine angemeldete Gewerbetätigkeit handelt.

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